Berichte TG 2020

Was lange währt, wird endlich gut! – auch in der aktuellen Zeit Tanzgruppenwochenende der Banater Schwaben KV Esslingen vom 02.10. – 04.10.2020

Lange haben wir auf dieses Wochenende hingefiebert. Viele Stunden haben wir uns mit den aktuellen Hygienemaßnahmen und Corona-Regelungen beschäftigt. Wir haben mit dem Kreisjugendring Esslingen und Hartmut Liebscher, Vorsitzender der djo Baden-Württemberg und Hausherr unserer Unterkunft telefoniert, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, dass unser Tanzgruppenwochenende stattfinden kann. Mit fertigem Hygienekonzept und Ausbruchsmanagement im Gepäck konnte es dann endlich losgehen. Die Taschen gepackt mit Sportkleidung zum Tanzen, etwas Lustigem für den bunten Abend, Desinfektionsmittel, Mund-Nase-Bedeckung und natürlich mit ganz viel Vorfreude auf das gemeinsame Wochenende, reisten die Teilnehmer am Freitagnachmittag in der Jugendbildungsstätte Haus Südmähren in Ehningen an.

Nach dem Beziehen der Zimmer folgte das erste Abendessen mit den neuen Regelungen. Immer in Kleingruppen ging es bei jeder Mahlzeit zur Essensausgabe, damit genug Abstand eingehalten werden konnte und es keine lange Warteschlange gibt. Bekocht wurden wir an diesem Wochenende vom Hausmeister des Hauses, Herrn Petr Benatzky. Er nahm uns mit auf eine kulinarische Reise durch tschechische Köstlichkeiten seiner Heimat. Mit der Begrüßung durch die Gruppenleiter ging es dann auch schon los.

Begrüßung zum Tanzgruppenwochenende Foto: L. Krispin

Bei der ersten Kennenlernrunde wurde das eine oder andere Geheimnis der Teilnehmer gelüftet, dann die Erwartungen aller an das Wochenende abgefragt und die Hygienemaßnahmen besprochen. Welche Erwartungen hatten die Teilnehmer an das Wochenende? Vor allem Spaß und viel Tanz, und das sollten sie auch bekommen. Vor allem das „Mörderspiel“, das über das ganze Wochenende nebenbei gespielt wurde, war sehr beliebt und sorgte für viele witzige Situationen. Den ersten Abend gestalteten die Mädels der Gruppe 2. Sie hatten verschiedene Spiele für die Jugendgruppe vorbereitet. An den Stationen mit Stopptanzen, Taboo und Lieblingssongs erraten, wurde das erste Eis gebrochen und die Gruppen kamen sich näher. Beim anschließenden „Namenssofa“ wurden die neu gelernten Namen wieder durcheinandergeworfen. Bis zum Ende des Wochenendes hatte aber jeder die Namen der anderen richtig abgespeichert. Nach einem langen ersten Abend fielen alle erschöpft und nicht allzu spät ins Bett.

Geweckt von rhythmischer Saxofon-Musik von Johannes startete der Samstag schon beschwingt. Nach dem Frühstück wurde nochmal ein bisschen theoretisch gearbeitet. Lukas stellte Fragen wie: „Welches Tier ist für dich die Tanzgruppe?“. Dies sorgte dafür, dass wir am Ende einen regelrechten Zoo an verschiedenen Tieren zusammen bekamen, die für zukünftige Öffentlichkeitsarbeit und Berichte verwendet werden könnten. Und dann ging es endlich mit dem erwarteten Tanzen los.

Endlich wieder tanzen Foto: R. Krispin

Eine Freundin der Tanzgruppe, Franzi, zeigte den Gruppen verschieden Donauschwäbische Tänze. Die Kinder hüpften dabei wie Flummis durch den Raum. Auch die Jugendlichen wurden ordentlich gefordert. Mit schneller Polka und auch hier gehüpften, ungarischen Elementen fegte die Jugendgruppe durch den Raum. Alles selbstverständlich Corona-konform ohne Partnerwechsel und mit ausreichend Abstand zwischen den Paaren. Für die Jugendgruppe ging das Tanzen im Anschluss direkt weiter. Sie wiederholten Choreografien von ihren Faschingsprogrammen der letzten Jahre mit Ann-Kathrin. Die Gruppe 2 beschäftigte sich währenddessen in dem Workshop von Renate mit Fachausdrücken im Volkstanz und damit, was ihnen der Volkstanz bedeutet und wie man einen Tag der Offenen Tür gestalten könnte, um beispielsweise neue Kinder und Jugendliche von unserer Gruppe zu begeistern. Anschließend durften die kreativen Ideen gleich umgesetzt werden. Bei herrlich sonnigem Wetter wurden draußen im Garten der Jugendbildungsstätte mit Anna Plakate und Flyer gebastelt und gemalt. Am Abend konnte sogar draußen gegrillt und gegessen werden.

Meister beim Grillen Foto: D. Heszler

Wahrscheinlich das letzte Mal in diesem Jahr. Wir hatten echt großes Glück mit dem Wetter. Und dann war der Tag auch schon fast zu Ende. Gekrönt wurde dieser jedoch noch von unserem „Bunten Abend“ ganz unter dem Motto „Germanys next Kopp-Model“. Kopp ist im Schwowischen, dem Dialekt der Banater Schwaben, das Wort für den Kopf. Demnach war der Eintritt nur mit einer außergewöhnlichen, witzigen oder interessanten Kopfbedeckung gestattet. Von Polizeimütze über Fahrradhelm bis hin zum afrikanischen Turban war alles dabei. In mehreren Kleingruppen hatte die Teilnehmer etwas vorbereitet. Ob Spielshow, Filmquiz, Theaterstück, Tanz oder Modenschau. Jede Gruppe präsentierte ihre Idee mit viel Herzblut und theatralischem Geschick. Bei allen Beteiligten blieb vor lauter Lachen kein Auge trocken. Ausklingen ließen die beiden Gruppen den Rest des Abends gemeinsam bei der einen oder anderen Runde Werwolf, bevor die Augen kaum noch offengehalten werden konnten.

Der Sonntag wurde „Fit in den Tag“ begonnen. Unsere Sonja hatte sich ein abwechslungsreiches Programm mit Elementen aus Akrobatik und Yoga überlegt. Da wurde allen nach dem Frühstück direkt mal eingeheizt und auch die letzten richtig wach.

Es ging raus an die frische Luft Foto: R. Krispin

Anschließend spielten alle gemeinsam mit David eine etwas andere Art von Schnick-Schnack-Schnuck. Auch am Sonntag war herrliches Wetter, so dass wir dafür wieder den großen Graten des Hauses nutzen konnten. Warm eingepackt lief die Hälfte der Mannschaft vor der anderen weg, wenn sie bei Rotkäppchen-Oma-Wolf verloren hatten. Die Verwirrung war groß als Rotkäppchen die Oma schlug, sodass es nicht nur einmal vorkam, dass man fast in die Arme der Fänger gerannt wäre. 

Erneutes Tanzen ließ den Sonntagvormittag im Flug vorbeigehen. Nach dem Mittagessen durfte noch einmal präsentiert werden, was alles an dem Wochenende erlernt und wiederholt wurde.

Aufstellen zum Sauerländer Quadrille Nr. 5 Foto: L. Krispin

Die abschließende Feedbackrunde beendete das Wochenende. Im Anschluss an das gemeinsame Packen und Putzen fuhren alle am Sonntagnachmittag erschöpft aber auch sehr glücklich und zufrieden heim.  Die Gruppenleiter können sagen, dass es ein voller Erfolg war. Hierbei noch ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieses Wochenende trotz erschwerter Bedingungen so reibungslos abgelaufen ist und überhaupt stattfinden konnte. Alle freuen sich jetzt schon auf das nächste gemeinsame Wochenende im nächsten Jahr, dann hoffentlich wieder mit genauso schönem Wetter und Guter Laune wie bei diesem.

(Bericht für die „Banater Post“ von Anna Lehmann)

Wir sind wieder da – das erste Wiedersehen nach dem Lockdown

Strahlende, fröhlich lachende Gesichter, gekleidet in bunte banatschwäbische Trachten,
Hände und Füße im Takt der Musik hebend, Hand in Hand Polka oder Walzer tanzend:
dieses Bild der Banater Trachten- und Tanzgruppen wird man wohl noch eine ganze Weile
nicht zu sehen bekommen. Denn auch sie sind von den Folgen der Corona-Pandemie
betroffen.
So auch die Tanzgruppe der Banater Schwaben des Kreisverbands Esslingen. Eigentlich
wollten sie sich direkt nach dem Faschingsball im Februar mit der Choreografie neuer
Tänze beschäftigen. Auf die nächste Veranstaltung, vor allem auf die Reise nach Cannes
vorbereiten und mit dem Training loslegen. Doch dann machte ihnen die Corona-
Pandemie einen gründlichen Strich durch die Rechnung. Ab Mitte März der Lockdown –
nichts ging mehr. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war es ausgeschlossen, sich zu
treffen, geschweige denn gemeinsam zu tanzen – die Enttäuschung groß, die Köpfe
hingen tief. Eine Veranstaltung nach der anderen wurde abgesagt. Unsicherheit: wie soll
es weitergehen, was kommt da noch?

Doch ganz ohne die Gemeinschaft ging es dann doch nicht. Sehr schnell entstand die
Idee, sich zu treffen – natürlich nicht persönlich. Digital, die Technik macht’s möglich. Statt in der Gartenschule in Wendlingen zu proben, traf man sich sodann regelmäßig am
Freitagabend online. Die Beteiligung war rege, man tauschte sich aus, über seinen Alltag
im Lockdown, machte seiner Enttäuschung Luft, freute sich aber gleichzeitig auch darüber
im Kontakt zu sein. Es wurde aber nicht nur geredet, sondern auch gemeinsam gespielt,
unter anderem Scribble, Bingo, Stadt-Land-Fluss oder Montagsmaler. Der Fantasie waren
(fast) keine Grenzen gesetzt. Wie gesagt fast. So kann ein gemeinsames
Geburtstagsständchen ungewollt für Lacher sorgen, denn durch die leichte Zeitversetzung,
die Programm bedingt leider vorhanden ist, wird aus dem einstimmigen Lied schnell ein
Kanon.
„Natürlich ist es anders. Doch ging es auch darum, die Gemeinschaft ein stückweit zu
erhalten und im Kontakt bleiben“, so Lukas Krispin, der die Idee zum digitalen
Tanzgruppentreffen hatte und im Leitungsteam der Tanzgruppe Esslingen für die
Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
Es folgten Wochen des Hoffens und Bangens. Aktive und Vorstand warteten jede neue
Ansage der Regierung ab und hofften auf Lockerungen. Und dann endlich die
Ankündigung: Freizeitsport sollte, zwar mit Beschränkungen aber dennoch, wieder
möglich sein.
Eine Chance auch für die Esslinger Tanzgruppe. So hatte die Jugendgruppe eine lang
geplante Ausfahrt mit Aufenthalt in einem Jugendgästehaus Ende Juni noch nicht
abgesagt, da sie immer gehofft hatte, es könnte vielleicht doch noch stattfinden. Zunächst
schien dies zwar unmöglich, durch die neuen Verordnungen jedoch wieder denkbar. Bei
genauerer Betrachtung entschieden sich aber alle Beteiligten dagegen. Zu groß die
Vorgaben, vor allem beim Hygienekonzept stieß man schnell an die Grenzen. Dennoch
wollte man den Termin nicht ungenutzt lassen. Eine Ausfahrt sollte zwar nicht stattfinden,
doch könnte es einen Tanzgruppen-Tag geben.
Gesagt, getan. Das Leitungsteam setzte sich zusammen, denn ein Konzept musste her.
Das hieß, Genehmigungen mussten eingeholt, die große Sporthalle bei der Stadt
angefragt, ein Hygienekonzept erstellt und natürlich ein Ablaufplan gemacht werden.
Beim Hygienekonzept orientierte man sich an den Vorgaben der Stadt. So hieß es unter
Anderem, min. 1,5 Meter Abstand halten, jedwelchen Körperkontakt vermeiden, Tragen
von Mund-Nasen-Schutz beim Betreten der Halle, beim Toilettengang oder während der
Essensausgabe. Apropos Essen, dieses durfte nur portionsweise und von einer Person
ausgegeben werden.
Am 27. Juni war es dann soweit. Das erste Treffen, das erste Wiedersehen nach
wochenlangen Kontaktbeschränkungen. Alle Tanzgruppenmitglieder waren gekommen.

Die Mitglieder der Jugendtanzgruppe des Kreisverbandes Esslingen freuten sich auf das erste Wiedersehen und die ersten gemeinsamen Aktivitäten nach wochenlangen Kontaktbeschränkungen. Foto: Dominik Heszler

Nach einer kurzen Begrüßung und der Vorstellung der Hygienehinweise durch Ann-Kathrin
Kobsa, im Leitungsteam für die Jugendtanzgruppe zuständig, ging es mit dem Programm
des Tanzgruppen-Tages los. Dieses war vielfältig und abwechslungsreich.
Den Auftakt machte Johannes Krispin. In einer kurzweiligen Präsentation stellte er die
Banater Schwaben vor, erzählte über die Geschichte der Volksgruppe allgemein, um dann
auf die Tanzgruppe Esslingen selbst und deren Geschichte, Aufgaben, Mitgliedschaften
usw. zu kommen.
Im Anschluss wurden zwei Gruppen mit jeweils sechs Teilnehmern gebildet. Auch dies war
den Abstandsregeln geschuldet, so musste beim Tanzen die Fläche so bemessen sein,
dass pro Person mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Zudem wurde jedem
ein fester Sitzplatz zugewiesen.
Eine Gruppe übte einen Flashmob. Geprobt wurde ein gemeinsamer Tanz, bei dem nicht
paarweise sondern jeder für sich eine bestimmte Schrittfolge tanzte.
Im Workshop „Schwowisch für Anfänger“ beschäftigte sich die zweite Gruppe
währenddessen mit dem banatschwäbischen Dialekt.

Beim Workshop „Schwowisch für Anfänger“: zwei Teilnehmerinnen und Leiter Lars Wild
Foto: Dominik Heszler

Wobei es den einen schwowischen Dialekt ja gar nicht gibt. Viel mehr setzt er sich aus mehreren hauptsächlich süddeutschen
Dialekten zusammen. Überrascht waren die Workshopteilnehmer, dass sich in den
Dialekten der Banater Schwaben auch so manch französisches Wort, wie zum Beispiel
Plafon, Trottoir, Visavis, wiederfindet. Für den ein oder anderen Lacher sorgte das
Memory-Spiel, bei dem es darum ging passende Pärchen zu suchen. Dabei mussten die
Teilnehmer zum hochdeutschen Wort das passende schwowische oder umgekehrt finden.
Gar nicht so einfach… oder wüsste jetzt jeder auf Anhieb, was ein „Saufotzestambe“ oder
ein „Dachdroppojazl“ ist? Teilnehmer ohne Banater Wurzeln hatten da so ihre
Schwierigkeiten. „Gerade solch ungewöhnliche Wörter zu finden, auf die man nicht sofort
kommt, war die große Herausforderung im Vorfeld“, so Lars Wild, der den Workshop
leitete. „Denn, dass ein Glas zu Glos oder die Schüssel zu Schiessl wird, stellt ja keine
wirkliche Herausforderung dar“, erzählte Lars.
Ach ja, die Lösungen, Saufotzestambe wird der Schweineschinken genannt und beim
Dachdroppojazl handelt es sich um einen Kasper.
Lustig war auch das kleine Theaterstück, dass die Gruppe auf Schwowisch üben durfte…
eine interessante Erfahrung vom besonders „scheenen Träämprinzen“ und hässlichen
„Aschepredel“ zu hören.
Nach der Mittagspause wurde getauscht, so dass jeder Teilnehmer sowohl tanzen als
auch Schwowisch üben durfte.
Nachdem die beiden Gruppen ihre jeweilige Interpretation des Theaterstücks vorgeführt
hatten, folgte eine Abschlussrunde, bei der jeder über seine Erfahrungen des Tages
sprechen und seine Wünsche für die Zukunft äußern konnte.
„Die Pandemie hat vieles verändert. Prioritäten haben sich verschoben. Und doch hat sich
eins während des Lockdowns und vor allem heute gezeigt. Wie wichtig jedem Einzelnen
diese Gemeinschaft ist“, fasste Ann-Kathrin Kobsa zusammen und Anna Lehmann,
Leiterin der Kindertanzgruppe, fügte hinzu „durch Corona kam es zu einer Art
Entschleunigung. Während wir in einem normalen Jahr für Auftritte Tanz um Tanz probten und gefühlt von Termin zu Termin hetzten, konnten und können wir uns durch den erzwungenen Stopp, mit Dingen beschäftigen, für die vorher kaum oder gar keine Zeit
blieb. So zum Beispiel, Vermittlung der Geschichte, Trachtenpflege oder aber auch das
Singen Banater Volkslieder.“
„Wir wollen jetzt gemeinsam Konzepte erarbeiten, wie wir beides Verbinden können.
Tanzen auf der einen Seite, aber auch Wissen aneignen auf der anderen Seite. Auf alle
Fälle bringt es uns näher zusammen“, ergänzte Ann-Kathrin Kobsa.
Fazit Aller: es hat gut getan, alle wieder persönlich zu sehen, zu tanzen, etwas gemeinsam
zu unternehmen, wenn auch mit der ein oder anderen Einschränkung. Auch soll es eine
Wiederholung geben. Wie, wann und wo steht allerdings noch nicht fest.

(Bericht für die „Banater Post“ von Ines Szuck)

Ein Abend zwischen rotem Teppich, Film-Highlights und Hollywood-Feeling

Was macht eine Motto Party aus? Dekoration, Tänze und Kostüme, aber auch viel Spass und Tanz. Nach dreimonatiger Planung war es am 22. März im Treffpunkt Stattmitte in Wendlingen endlich soweit. Im Rahmen des Projekts „Fasching in Wendlingen“ veranstalteten die Banater Schwaben KV Esslingen ihren traditionellen Faschingsball am Faschingssamstag. Pünktlich um 18:30 Uhr wurden die Türen geöffnet und die Gäste tauchten in eine erwartungsvolle „Oscarnacht“ ein. Schon beim Eintritt wurden sie mit rotem Teppich, einem Walk-of-Fame-Stern und lebensgroßen Oscars empfangen. Der Ball stand ganz im Zeichen der Stars und Filmhits aus Hollywood.

Das ganze Team rund um den Vorsitzenden Herbert Volk hatte sich für dieses Fest wieder mächtig ins Zeug gelegt. Vor und nach dem Ball waren 45 Helfer im Einsatz und sorgten so für einen reibungslosen Abend. Während das Organisationsteam bei den Kassen, Bar und Küche für das Wohlbefinden der Gäste sorgte, heizte die „New Romantic Band“ den Gästen auf der Tanzfläche mächtig ein. Schnell sorgten die drei Musiker dafür, dass die Tanzfläche voll wurde und auch bis ganz zum Schluss voll blieb. Mit bekannten Liedern ließen sie die Fetzen fliegen und trieben dem Einen oder Anderen so manche Schweißperle auf die Stirn. Doch das lag bei einigen auch daran, dass sie sich in opulente Verkleidungen geworfen hatten. Ob 101 Dalmatiner, Charly Chaplin, Avatar, Grease, Alice im Wunderland, Cowboys und- girls, Piraten, … – die Gäste verzauberten mit ihren tollen Kostümen.

Als die  Musik um 21 Uhr pausierte, folgte das inszenierte „Movie Night Showprogramm“ der Tanzgruppen des Kreisverbands. Mit traditionell rotem Vorhang, Lichteffekten und Projektionen auf der Leinwand, führten die beiden Moderatoren Anna Lehmann und Lukas Krispin durch das 30-minütige Programm. Ihr Outfit und die Präsentation standen dem Original in Hollywood in nichts nach.

Zur Anmoderation der Gruppe 1 – den kleinsten Tänzerinnen im Alter von 6 bis 12 Jahren – erklärte Anna Lehmann die Bedeutung des afrikanischen Spruchs “HAKUNA MATATA“, aus dem Disney Film „König der Löwen“. Das bedeutet soviel wie „es gibt keine Probleme“ oder „alles in Ordnung“. Und das haben sich die Kids der Gruppe 1 auch zu Herzen genommen und eine fröhliche, sorgenfreie Choreographie zu Hakuna Matata vorgeführt. Mit viel Spaß waren sie in den Proben dabei, wenn Renate Krispin mit der Unterstützung von Melisa Küpelioglu zu den Klängen von Timon und Pumba die Schritte beibrachte.

Die Gruppe 1 der Trachtengruppe Esslingen mit ihrer Choreographie zu Hakuna Matata (Foto: Dominik Heszler)

Weiter ging es, mit der Gruppe 2, die ein Tanz-Medley der bekannten Lieder aus dem Film „Mary Poppins“ präsentierte. Die von Anna Lehmann einstudierte Choreografie fand bei ihren 10 Mädchen großen Zuspruch, was man auch an ihrer tollen Bühnenpräsenz und der Begeisterung beim Tanzen sehen konnte. Danke an dieser Stelle für die Unterstützung von Sabine Kobsa bei der Kostümauswahl.

Die Gruppe 2 der Trachtengruppe Esslingen präsentiert ihr Tanz-Medley zu Medlodien aus dem Film „Mary Poppins“ (Foto: Dominik Heszler)

Im Anschluss folgte die Jugendgruppe, die mit ihrem Tanz „Movie Highlights“ das Publikum auf eine Reise durch großartige Filmhits der letzten Jahrzehnte mitnahm. Dabei konnten die Gäste fleißig mitraten während berühmte Agenten, starke Boxer, die bekannteste Blondine der Welt und einschüchternde Piraten unterschiedliche Tänze, Elemente und  Highlights der Filmgeschichte präsentierten. Bei langsamem Walzer zu Star Wars, vorsichtigen Schritten zu James Bond, eleganten Figuren als Marilyn Monroe und starken Boxelementen ganz nach Silvester Stallone in Rocky, einem flotten Cha Cha Cha zu den Klängen von Flashdance sowie rockigen Schritten im Zeichen von Grease und zum Finale einschüchternde Piraten aus Fluch der Karibik wurden mit „Ah’s“ und „Oh’s“ die bekannten Filmmelodien wiedererkannt. Die Choreografie von Ann-Kathrin Kobsa wurde in den Proben von den Jugendlichen motiviert und mit viel Spaß einstudiert. Johannes Krispin stand ihr für die Musik-Arrangements zur Seite.

Die Jugendgruppe der Trachtengruppe Esslingen mit ihrem Tanz „Movie Highlights“ (Foto: Dominik Heszler)

Zum großen Finale kamen noch einmal alle Tänzerinnen und Tänzer der drei Gruppen zusammen und nahmen den Applaus des begeisterten Publikums entgegen. Bilder des Programms sind auf der Homepage des Kreisverbandes Esslingen zu finden (www.banater-schwaben-es.de).

Alle Mitwirkenden am „Movie-Night Showprogamm“ auf dem Faschingsball Wendlingen (Foto: Dominik Heszler)

Natürlich darf an so einem Abend auch eine echte Oscarverleihung nicht fehlen. Zu späterer Stunde wurden die tollen Kostüme unserer Gäste prämiert. Als Preis– wie sollte es anders sein – gab es einen Oscar mit Widmung und Geschenkkorb zu gewinnen. Doch irgendwann war auch diese schöne Filmnacht zu Ende und die Gäste und Akteure gingen müde, aber gut gelaunt nach Hause.

Am Faschingsdienstag durfte die Gruppe 2, mit Unterstützung von Janice Walter und Johannes Krispin nochmals ran. Sie gestalteten zum zweiten Mal zusammen mit dem Schwäbischen Albverein Wendlingen die Animation für den Kinderfasching im Treffpunkt Stadtmitte. Ca. 130 kleine Gäste mit ihren Eltern konnten einen lustigen und ausgelassenen Nachmittag erleben.

Vielen Dank an alle Gäste fürs Kommen und das Organisationsteam für Ihre Arbeit. Wir freuen uns sehr auf unseren Herbstball am 24.10.2020.

                                                                                                             Renate Krispin

Wir sind wieder da – das erste Wiedersehen nach dem Lockdown

Strahlende, fröhlich lachende Gesichter, gekleidet in bunte banatschwäbische Trachten, Hände und Füße im Takt der Musik hebend, Hand in Hand Polka oder Walzer tanzend: dieses Bild der Banater Trachten- und Tanzgruppen wird man wohl noch eine ganze Weile nicht zu sehen bekommen. Denn auch sie sind von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. So auch die Tanzgruppe der Banater Schwaben des Kreisverbands Esslingen. Eigentlich wollten sie sich direkt nach dem Faschingsball im Februar mit der Choreografie neuer Tänze beschäftigen. Auf die nächste Veranstaltung, vor allem auf die Reise nach Cannes vorbereiten und mit dem Training loslegen. Doch dann machte ihnen die CoronaPandemie einen gründlichen Strich durch die Rechnung. Ab Mitte März der Lockdown nichts ging mehr. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war es ausgeschlossen, sich zu treffen, geschweige denn gemeinsam zu tanzen – die Enttäuschung groß, die Köpfe hingen tief. Eine Veranstaltung nach der anderen wurde abgesagt. Unsicherheit: wie soll es weitergehen, was kommt da noch? Doch ganz ohne die Gemeinschaft ging es dann doch nicht. Sehr schnell entstand die Idee, sich zu treffen – natürlich nicht persönlich. Digital, die Technik macht’s möglich. Statt in der Gartenschule in Wendlingen zu proben, traf man sich sodann regelmäßig am Freitagabend online. Die Beteiligung war rege, man tauschte sich aus, über seinen Alltag im Lockdown, machte seiner Enttäuschung Luft, freute sich aber gleichzeitig auch darüber im Kontakt zu sein. Es wurde aber nicht nur geredet, sondern auch gemeinsam gespielt, unter anderem Scribble, Bingo, Stadt-Land-Fluss oder Montagsmaler. Der Fantasie waren (fast) keine Grenzen gesetzt. Wie gesagt fast. So kann ein gemeinsames Geburtstagsständchen ungewollt für Lacher sorgen, denn durch die leichte Zeitversetzung, die Programm bedingt leider vorhanden ist, wird aus dem einstimmigen Lied schnell ein Kanon.

„Natürlich ist es anders. Doch ging es auch darum, die Gemeinschaft ein stückweit zu erhalten und im Kontakt bleiben“, so Lukas Krispin, der die Idee zum digitalen Tanzgruppentreffen hatte und im Leitungsteam der Tanzgruppe Esslingen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Es folgten Wochen des Hoffens und Bangens. Aktive und Vorstand warteten jede neue Ansage der Regierung ab und hofften auf Lockerungen. Und dann endlich die Ankündigung: Freizeitsport sollte, zwar mit Beschränkungen aber dennoch, wieder möglich sein. Eine Chance auch für die Esslinger Tanzgruppe. So hatte die Jugendgruppe eine lang geplante Ausfahrt mit Aufenthalt in einem Jugendgästehaus Ende Juni noch nicht abgesagt, da sie immer gehofft hatte, es könnte vielleicht doch noch stattfinden. Zunächst schien dies zwar unmöglich, durch die neuen Verordnungen jedoch wieder denkbar. Bei genauerer Betrachtung entschieden sich aber alle Beteiligten dagegen. Zu groß die Vorgaben, vor allem beim Hygienekonzept stieß man schnell an die Grenzen. Dennoch wollte man den Termin nicht ungenutzt lassen. Eine Ausfahrt sollte zwar nicht stattfinden, doch könnte es einen Tanzgruppen-Tag geben. Gesagt, getan. Das Leitungsteam setzte sich zusammen, denn ein Konzept musste her. Das hieß, Genehmigungen mussten eingeholt, die große Sporthalle bei der Stadt angefragt, ein Hygienekonzept erstellt und natürlich ein Ablaufplan gemacht werden. Beim Hygienekonzept orientierte man sich an den Vorgaben der Stadt. So hieß es unter Anderem, min. 1,5 Meter Abstand halten, jedwelchen Körperkontakt vermeiden, Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Betreten der Halle, beim Toilettengang oder während der Essensausgabe. Apropos Essen, dieses durfte nur portionsweise und von einer Person ausgegeben werden.

Am 27. Juni war es dann soweit. Das erste Treffen, das erste Wiedersehen nach wochenlangen Kontaktbeschränkungen. Alle Tanzgruppenmitglieder waren gekommen. Nach einer kurzen Begrüßung und der Vorstellung der Hygienehinweise durch Ann-Kathrin Kobsa, im Leitungsteam für die Jugendtanzgruppe zuständig, ging es mit dem Programm des Tanzgruppen-Tages los. Dieses war vielfältig und abwechslungsreich. Den Auftakt machte Johannes Krispin. In einer kurzweiligen Präsentation stellte er die Banater Schwaben vor, erzählte über die Geschichte der Volksgruppe allgemein, um dann auf die Tanzgruppe Esslingen selbst und deren Geschichte, Aufgaben, Mitgliedschaften usw. zu kommen. Im Anschluss wurden zwei Gruppen mit jeweils sechs Teilnehmern gebildet. Auch dies war den Abstandsregeln geschuldet, so musste beim Tanzen die Fläche so bemessen sein, dass pro Person mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Zudem wurde jedem ein fester Sitzplatz zugewiesen. Eine Gruppe übte einen Flashmob. Geprobt wurde ein gemeinsamer Tanz, bei dem nicht paarweise sondern jeder für sich eine bestimmte Schrittfolge tanzte. Im Workshop „Schwowisch für Anfänger“ beschäftigte sich die zweite Gruppe währenddessen mit dem banatschwäbischen Dialekt. Wobei es den einen schwowischen Dialekt ja gar nicht gibt. Viel mehr setzt er sich aus mehreren hauptsächlich süddeutschen Dialekten zusammen. Überrascht waren die Workshopteilnehmer, dass sich in den Dialekten der Banater Schwaben auch so manch französisches Wort, wie zum Beispiel Plafon, Trottoir, Visavis, wiederfindet. Für den ein oder anderen Lacher sorgte das Memory-Spiel, bei dem es darum ging passende Pärchen zu suchen. Dabei mussten die Teilnehmer zum hochdeutschen Wort das passende schwowische oder umgekehrt finden. Gar nicht so einfach… oder wüsste jetzt jeder auf Anhieb, was ein „Saufotzestambe“ oder ein „Dachdroppojazl“ ist? Teilnehmer ohne Banater Wurzeln hatten da so ihre Schwierigkeiten. „Gerade solch ungewöhnliche Wörter zu finden, auf die man nicht sofort kommt, war die große Herausforderung im Vorfeld“, so Lars Wild, der den Workshop leitete. „Denn, dass ein Glas zu Glos oder die Schüssel zu Schiessl wird, stellt ja keine wirkliche Herausforderung dar“, erzählte Lars. Ach ja, die Lösungen, Saufotzestambe wird der Schweineschinken genannt und beim Dachdroppojazl handelt es sich um einen Kasper. Lustig war auch das kleine Theaterstück, dass die Gruppe auf Schwowisch üben durfte… eine interessante Erfahrung vom besonders „scheenen Träämprinzen“ und hässlichen „Aschepredel“ zu hören. Nach der Mittagspause wurde getauscht, so dass jeder Teilnehmer sowohl tanzen als auch Schwowisch üben durfte. Nachdem die beiden Gruppen ihre jeweilige Interpretation des Theaterstücks vorgeführt hatten, folgte eine Abschlussrunde, bei der jeder über seine Erfahrungen des Tages sprechen und seine Wünsche für die Zukunft äußern konnte. „Die Pandemie hat vieles verändert. Prioritäten haben sich verschoben. Und doch hat sich eins während des Lockdowns und vor allem heute gezeigt. Wie wichtig jedem Einzelnen diese Gemeinschaft ist“, fasste Ann-Kathrin Kobsa zusammen und Anna Lehmann, Leiterin der Kindertanzgruppe, fügte hinzu „durch Corona kam es zu einer Art Entschleunigung. Während wir in einem normalen Jahr für Auftritte Tanz um Tanz probten und gefühlt von Termin zu Termin hetzten, konnten und können wir uns durch den erzwungenen Stopp, mit Dingen beschäftigen, für die vorher kaum oder gar keine Zeit blieb. So zum Beispiel, Vermittlung der Geschichte, Trachtenpflege oder aber auch das Singen Banater Volkslieder.“ „Wir wollen jetzt gemeinsam Konzepte erarbeiten, wie wir beides Verbinden können. Tanzen auf der einen Seite, aber auch Wissen aneignen auf der anderen Seite. Auf alle Fälle bringt es uns näher zusammen“, ergänzte Ann-Kathrin Kobsa.

Fazit Aller: es hat gut getan, alle wieder persönlich zu sehen, zu tanzen, etwas gemeinsam zu unternehmen, wenn auch mit der ein oder anderen Einschränkung. Auch soll es eine Wiederholung geben. Wie, wann und wo steht allerdings noch nicht fest.
Ines Szuck

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Ein besonderes Wiedersehen



Wir sind zurück! Am Samstag den 27.06 war es endlich soweit. Die Jugendgruppe der Banater Schwaben traf sich erstmalig wieder in der Turnhalle der Gartenschule zu einem gemeinsamen Tanzgruppen-Tag. Schon von weitem konnte man die Freude über das Zusammentreffen in den Gesichtern erkennen. Als Folge der Covid-19 Pandemie mussten in den vergangenen Monaten sämtliche Probeaktivitäten sowie Auftritte der Banater Schwaben eingestellt werden. Ursprünglich hätte es ein ganzes Tanzgruppen Wochenende werden sollen, doch dies war im Rahmen der Hygienevorgaben nur schwer umsetzbar. Aber der Termin sollte nicht ungenutzt bleiben. So war die Freude über den gemeinsamen Tag bei allen groß. Im Mittelpunkt standen das Wiedersehen und der Austausch untereinander umrahmt von abwechslungsreichen Workshops. Los ging es mit einer Präsentation zur Geschichte der Banater Schwaben. Anschließend wurde in Kleingruppen und mit viel Abstand neue Flashmobs erlernt, bei welchen jeder Tänzer für sich allein eine vorgegebene Schrittfolge tanzt. Ein weiteres Highlight war der „Schwowisch für Anfänger“ Workshop, bei dem den Jugendlichen der Dialekt der Banater Schwaben nähergebracht wurde. Das brachte auch viele Lacher, denn es war gar nicht so einfach Worte wie „Dachdroppojazl“ den hochdeutschen Wörtern (hier: Kasper) zuordnen. Den Abschluss machte ein gemeinsamer Ausblick und viele neue Ideen für kommende Treffen. Schnell war klar: das nächste persönliche Wiedersehen soll nicht lange auf sich warten.
Auch die Kindergruppe konnte sich freuen, denn sie trafen sich am Sonntag den 28.06. Bei einem gemeinsamen Frühstück, welches jeder für sich selbst mitgebracht hatte, konnten Geschichten und Ereignisse der letzten Wochen ausgetauscht werden. Nachdem alle auf den aktuellen Stand gebracht worden waren, ging es auch für die Mädels mit dem Tanzprogramm los. Neben den Flashmobs, die auch die Jugendlichen gelernt hatten, wurden Tänze der letzten Jahre wiederholt, bei denen der Sicherheitsabstand eingehalten werden konnte. Ein besonderes Highlight war, das eines der Mädels eine eigene Choreografie beibringen durfte. Sie hatte diese während der Corona-Auszeit für die Gruppe choreographiert und durfte sie nun allen beibringen. Nach einem heißen und anstrengenden Vormittag gingen aber alle glücklich nach Hause. Trotz der besonderen Umstände wie Mindestabstand, Mund-Nasen-Bedeckung oder fester Sitzordnung war das Wochenende für alle rundum gelungen.